Der Grünhäuser Mist geht in die Luft
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden neue Weinberge an den Grünhäuser Hängen gepflanzt
und zu deren fachgerechter Ernährung war eine regelmäßige Düngung mit Stallmist
notwendig. Um den mühseligen Transport des Dungs von den Stallungen am Ufer der
Ruwer bis zur Spitze des Abtsberges zu erleichtern wurde durch eine damals renommierte
Saarbrücker Firma eine Stallmist – Seilbahn errichtet, eine damals revolutionäre
Neuerung in der Landwirtschaft.
Anfangs funktionierte die neue Technik ohne Probleme bis zu dem Tag, an dem ein
unglücklicher Arbeiter eine der Gondeln der Seilbahn mit schwerem Stallmist derart
belud, dass einer der Stützen der Konstruktion zusammenbrach und das Stahlseil sich
absenkte. Das Unglück wollte es, dass just in diesem Augenblick der von Trier kommende
Zug in den Grünhäuser Bahnhof einfuhr, wobei das tief hängende Seil der Lokomotive
sämtliche Schornsteine und das Führerhaus abrasierte. Damals gab es noch keinen
technischen Überwachungsverein, doch bestand die Reichsbahnverwaltung darauf, dass
der Transport von Stallmist per Seilbahn unverzüglich einzustellen und die ganze
Anlage zu demontieren sei.
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