Wie viel Säure lustig macht von Stuart Pigott - 13.08.06 - Dass Weine aus der Riesling - Traube eine gewisse Säure besitzen, ist jedem Weinfreund bewusst. Aber wie viel Säure bracuht ein guter deutscher Riesling? Nirgendwo stellt sich diese Frage dringlicher als im Anbaugebiet Mosel - Saar - Ruwer, wo die Säure des Riesling traditionsgemäß und naturbedingt besonders markant ausfällt.
Der 2005er Jahrgang präsentiert sich in puncto Säure auffallend uneinheitlich, was die aktuelle Diskussion über dieses Thema anregt...
...Am säurebetonten Ende des Geschmacksspektrums finden sich die 2005er Weine von Maximin Grünhaus / von Schubert in Mertesdorf an der Ruwer. Bei einigen Weinen des großen Sortiments fällt die Säure ziemlich stramm aus, den meisten verleiht sie jedoch einen für den Jahrgang seltenen, positiven Biss. Solch ein Wein ist der 2005er Herrenberg Riesling Kabinett feinherb (10,20 Euro ab Hof, Telefon 0651 / 5111) in dem sich feine Hagebutten- und Johannisbeer - Aromen mit einer zitronig wirkenden Säure paaren. Schmelz und Rasse vereinen sich auf noch elegantere Weise in dem ebenfalls nicht ganz trockenen 2005er Herrenberg »Superior« (16 Euro ab Hof). Die komplexe Aromatik durch Kräuter und Schiefer ist mit einer wahren Säurebrillanz verbunden. Ähnlich kompromisslos wie vor hundert Jahren im Fuderholzfass ohne Hefezusatz durchgegoren ist der noch konzentriertere 2005er Abtsberg "Superior" (18 Euro ab Hof). Hier basiert die Frische nicht nur auf der Säure, sondern auch auf der extrem ausgeprägten Schiefernote, sozusagen direkt aus dem Stein.
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