Jahrgangsbericht 2007

Das Jahr 2007 war von einer sehr langen Vegetationsentwicklung geprägt.
Schon in der ersten Aprilwoche entfalteten sich die ersten Rebblättchen und das nachfolgende, hochsommerlich warme und trockene Frühjahr führte zum sehr frühen Beginn der Rebblüte in der dritten Maiwoche, die zügig und ohne Beeinträchtigung verlief. Die folgende Entwicklung der Reben blieb von extremer Witterung verschont, über viele Monate freuten wir uns über einen dreiwöchigen Vegetationsvorsprung. Im September und Oktober verlangsamte sich die Reifeentwicklung, so daß mit Lesebeginn am 8. Oktober fast wieder der Stand eines „Normaljahres“ erreicht wurde.

Durch intensive Laubarbeiten, vor allem dem Entfernen von Blättern in der Traubenzone zur besseren Belüftung und Belichtung, gab es sehr gesunde Trauben und wenig Botrytis. Nach den beiden Vorjahren mit einem Ertragsniveau von jeweils 30 hl/ha konnte ein „Normalertrag“ von rund 58 hl/ha erzielt werden. Im Verlaufe der fast dreiwöchigen Lese wurde bei weitgehend trockenem Wetter überwiegend gesundes Lesegut mit idealen Säurewerten eingebracht. Die Hauptlese endete am 26. Oktober. Am Morgen des 16. November wurden bei Frost die letzten Trauben geerntet.

Nach einer natürlichen Klärung durch Sedimentation wurden die Moste mit den natürlichen Wildhefen spontan vergoren. Die Jungweine verbleiben bis kurz vor der Abfüllung auf der Feinhefe. Die 2007er verkosten sich sehr ausgewogen und mineralisch, sind tiefgründig und fein strukturiert. Zarte Fruchtaromen, teils von exotischer Art prägen diesen Ausnahmejahrgang, der sich durch seine fast einmalig lange Vegetationsdauer auszeichnet. Es dominiert in den 2007er Maximin Grünhäuser Rieslingweinen nicht Wucht und Kraft, sondern nachhaltige, subtile Eleganz und Finesse!

Nach den Ausnahmejahrgängen 2005 und 2006 wird einmal mehr deutlich, dass die Klimaerwärmung unserem Gebiet überwiegend Vorteile beschert: Die Anreicherung kann weitgehend unterbleiben (dadurch steigen die Alkoholgehalte der Weine nicht wesentlich), die Fruchtsäuren bleiben in einem guten, rassigen Bereich – man kann weiterhin von leichten, eleganten und ausdrucksstarken Rieslingweinen sprechen, die viel Gehalt und eine gute Bekömmlichkeit besitzen.