Technische Neuerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Grünhaus

Nach Erwerb des Rittergutes Grünhaus durch Carl Ferdinand Freiherr von Stumm – Halberg wurde der Betrieb durch vielfältige Investitionen zu einem Mustergut entwickelt. Durch den Bau einer großen Turbine, die vom Wasser der Ruwer angetrieben wurde, konnten alle Betriebszweige von der Landwirtschaft hin bis zum Weinkeller mit elektrischer Energie versogt werden. Armdicke Kupferkabel wurden kilometerweit in tiefen Gräben durch den Betrieb gelegt um alle Verbraucher mit der neuen Energie zu versorgen.

Nun war je nach Witterungsverlauf die Verfügbarkeit des Ruwerwassers sehr schwankend. Regenreiche Sommer brachten reichlich Wasser auf die Schaufeln der Turbine, so dass die höhere Stromspannung für gute Maschinenleistung und helles Licht in den Gebäuden sorgte. Leider war die Qualität der Weine in diesen Jahren meist bescheiden. In sehr trockenen Jahren lief die Turbine hingegen mit deutlich geringer Umdrehungszahl, das Licht war dunkel und schwankend, jedoch konnte man sich im Herbst meist über einen sehr guten Jahrgang freuen.

Erst Ende der 60er Jahre ging der Grünhäuser Turbinenmeister in Rente, die Stromerzeugung wurde aufgegeben und fortan konnte niemand mehr von der Helligkeit der Beleuchtung auf die Güte des zu erwartenden Weinjahrganges schließen.

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